Celina HerbersRITZ: Frau Herbers, Dem IWT ist es gelungen, das Verbundprojekt ALFRIED (Automatisiertes und vernetztes Fahren in der Logistik am Testfeld Friedrichshafen) als Konsortialführer an den Bodensee zu holen. Herzlichen Glückwunsch! Worum genau geht es bei diesem Projekt?

Frau Herbers: Ziel von ALFRIED ist die Entwicklung eines umfassenden Mobilitätssystems. Das beinhaltet die Entwicklung neuer digitaler Infrastrukturkomponenten für das automatisierte und vernetzte Fahren. Bei ALFRIED wird dabei etwa an einem Sensorfusionskonzept für komplexe Kreuzungen und an energieautarken Sensormodullösungen für Leitpfosten gearbeitet, die künftig autonomen Fahrzeugen durch schwierige Verkehrssituationen – wie Baustellen – helfen sollen. Das betrifft aber auch intelligente Logistikkonzepte und Routenoptimierungen zur Erhöhung des Verkehrsflusses. Dies machen wir messbar an einem spezifischen Anwendungsfall im innerstädtischen Warenverkehr zwischen einzelnen Unternehmenswerken. So sollen Fahrten eingespart, Emissionen verringert und das Verkehrsaufkommen im Stadtgebiet entlastet werden.

RITZ: Welchen Anteil übernimmt dabei das IWT?

Frau Herbers: Das IWT übernimmt dabei gleich drei Aufgaben: Als Konsortialführer sind wir erstens für die reibungslose Zusammenarbeit zwischen allen Partnern verantwortlich und bieten hier die Austauschplattform. Das umfasst nicht nur organisatorische Fragen und die projektbasierte Zusammenarbeit, sondern auch die technische Integration. Damit bilden wir zweitens das komplexe Mobilitätssystem prototypisch sowie mit Verkehrssimulationen ab. Drittens ist es unsere Aufgabe, diese Simulationen und Prototypen für Interessierte darzustellen und erlebbar zu machen. Die gesamte Demonstrationsumgebung wird somit für die Öffentlichkeit zugänglich und vermittelt dabei die unterschiedlichen Technologiekomponenten. Die Smart-City-Leitstelle im RITZ bildet dafür das Kernstück.

RITZ: Das RITZ versteht sich als Leuchtturm mit überregionaler Strahlkraft für die Themen Digitalisierung und Mobilität der Zukunft. ALFRIED verbindet mit seinem Themenschwerpunkt rund um automatisiertes und vernetztes Fahren, intelligente Infrastruktur und Smart City beide Themen und passt daher bestens mit den Zielen des RITZ zusammen. Welche weiteren Aspekte sprechen aus Ihrer Sicht für das RITZ als Kernort für das Projekt?

Frau Herbers: Wir freuen uns sehr mit dem RITZ den idealen Partner gefunden zu haben, für den wir nicht nur Mieter sind, sondern der als Leuchtturm mit überregionaler Strahlkraft Technik, Wissenschaft und Innovation unter einem Dach verbindet. Zudem liegt das RITZ am Wissenscampus Fallenbrunnen, an dem auch das Testfeld Friedrichshafen vorbeiführt. Ideale Bedingungen also, um im Haus und direkt vor der Haustüre zu entwickeln und zu testen.

Verbundkoordinator
IWT Wirtschaft und Technik GmbH

Projektvolumen
18,10 Mio. €
(davon 10,87 Mio. € Förderanteil durch BMVI)

Projektlaufzeit
01.01.2021 – 30.06.2023

Projektpartner

  • Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg
  • Deutsches Zentrum für Luft-V und Raumfahrt e.V. (DLR), Institut für Verkehrssystemtechnik
  • ETO GRUPPE Beteiligungen GmbH (ETO)
  • Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e.V.
  • IHSE GmbH
  • IMST GmbH
  • IWT Wirtschaft und Technik GmbH
  • Netwake Vision e.K.
  • TWT GmbH
  • Voltra Solutions GmbH
  • ZF Friedrichshafen AG

Assoziierter Partner

  • Stadt Friedrichshafen

Ansprechpartner
Celina Herbers,
Tel.: +49 (0)176 444 61497
E-Mail: herbers@iwt-bodensee.de

Förderkennzeichen
01MM20001

Website
www.alfried.net