RITZ: Herr Dalm, Sie setzen sich täglich mit dem Thema Digitalisierung auseinander. Durch Fachvorträge, Lehre und Weiterbildung, sowie angewandte Forschung ermöglichen Sie im Rahmen der „Lernfabrik“ einen Zugang für KMU zum Thema Digitalisierung.
Womit genau beschäftigt sich die Lernfabrik? Was zeichnet die Lernfabrik aus?

Herr Dalm: Die von der Zeppelin-Stiftung der Stadt Friedrichshafen geförderte Lernfabrik Fallenbrunnen beschäftigt sich damit, die industrielle Digitalisierung in Friedrichshafen voranzutreiben und dabei Schüler, Studierende, große und kleine Firmen sowie Privatpersonen an der vierten industriellen Revolution partizipieren zu lassen. Das Projekt zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass komplexe Fragestellungen aus den Bereichen Robotik und Digitalisierung in der Automatisierung mithilfe durchdachter Konzepte der Allgemeinheit zugänglich gemacht werden. Dies passiert durch Fachvorträge und Veranstaltungen, Workshops, Lehr- und Weiterbildungsangebote, aber auch durch kooperative Forschungsprojekte.

RITZ: Herzlichen Glückwunsch zur Förderung von zwei ZIM-Netzwerken (Anm.: Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand): VOLKER & SMARTSHIP. Was sind die übergeordneten Ziele dieser Netzwerke?

Herr Dalm: Vielen Dank, die übergeordneten Ziele der Forschungs- und Entwicklungsnetzwerke sind die Vernetzung von KMU und wissenschaftlichen Einrichtungen, gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte zwischen den Netzwerkpartnern sowie die gemeinschaftliche Vermarktung der dabei entstehenden Produkte, Dienstleistungen und Innovationen. VOLKER beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Roboter-Kits, mit dessen Hilfe ein Roboter intelligent gemacht werden kann. Dies geschieht vor allem durch die Integration einer 3D-Kamera, der einfachen Nutzungsmöglichkeit sowie der Integration neuer Anwendungsmöglichkeiten. Bei SmartShip hingegen geht es um die Digitalisierung in der Schifffahrt durch Projekte wie die Entwicklung eines nachrüstbaren Steuergeräts oder einem digitalen Serviceheft für Boote. Bei VOLKER haben wir aktuell 12 Netzwerkpartner, bei SmartShip sind es derzeit 14.

RITZ: Ein Netzwerk lebt vom Austausch. Wie können sich KMU an Ihren Netzwerken beteiligen und an ihnen partizipieren?

Herr Dalm: Im Bereich Digitalisierung des IWT gibt es grundsätzlich zwei Säulen, das Management von Forschungs- und Entwicklungsnetzwerken (ZIM-Netzwerke) sowie die gemeinnützige Forschung, Lehre und Weiterbildung unter dem Hut der Lernfabrik Fallenbrunnen. Bei den ZIM-Netzwerken wächst die Anzahl der Partner kontinuierlich, darüber hinaus sind Interessenten und potenzielle neue Partner sowie innovative Ideen jederzeit willkommen. Forschungseinrichtungen, Hochschulen, Universitäten und KMU sind bei einer Teilnahme förderberechtigt, was sich in einer anteiligen Förderung der Personalkosten bei den Forschungs- und Entwicklungsprojekten innerhalb der Netzwerke äußert. Im gemeinnützigen Bereich sind Partner mit allen Anliegen aus der industriellen Digitalisierung willkommen. Hier gibt es viele Kooperationsmöglichkeiten, von der gemeinsamen Planung und Durchführung von Forschungs- und Entwicklungsprojekten bis hin zur Möglichkeit, sich bei Fachvorträgen, Lehr- und Weiterbildungsangeboten einzubringen.