Jonas Vonderlind (Empovate) präsentiert im RITZ: Puzzle-Grafik zeigt, wie Struktur und Kultur Leistungsfähigkeit erzeugen.

Unternehmenskultur schlägt Methode: Erkenntnisse vom Breakfast & Brainfood #13

Warum scheitern 80 % der Transformationsvorhaben?

Die Antwort, die Jonas Vonderlind beim Breakfast & Brainfood #13 gegeben hat, ist unbequem: Es liegt fast nie an der Methode. Egal ob ein Unternehmen Scrum einführt, OKRs definiert oder agile Frameworks implementiert, entscheidend ist, ob die Kultur trägt, was die Struktur verspricht.

Vonderlind, Gründer und Geschäftsführer der Empovate GmbH, hat am 13. Mai 2026 im RITZ darüber gesprochen, was wirksame Veränderung wirklich braucht: Selbstbestimmung, psychologische Sicherheit und den bewussten Spagat zwischen dem Optimieren des Bestehenden und dem Erkunden des Neuen.

Konkret heißt das: Mitarbeitende müssen eigene Entscheidungen treffen können, ihre Stärken sinnvoll einbringen und sich als Teil eines Teams erleben. Sie müssen Unsicherheit aussprechen dürfen – und gehört werden, auch dann, wenn sie nicht die Lautesten im Raum sind. Und sie brauchen neben dem Tagesgeschäft echten Raum zum Experimentieren, zum Testen neuer Ideen und Geschäftsmodelle.

Für Jonas Vonderlind ist Unternehmenskultur das Ergebnis aus gemeinsamer Erfahrung multipliziert mit Zeit. Das bedeutet: Kultur entsteht nicht durch ein Leitbild, sondern durch das, was täglich passiert. Moderne Führung muss sie deshalb aktiv wahrnehmen und gestalten.

Wie das gelingt? Vonderlind nennt drei Hebel. Erstens aktives Zuhören: erst fragen, dann reden. Was denkt das Team wirklich? Zweitens ein offener Umgang mit Fehlern: Wer Fehler transparent macht, verdient Respekt, kein Misstrauen. Drittens das bewusste Abgeben von Entscheidungen, als Signal, dass Eigenverantwortung ernst gemeint ist.

Eine Kultur, die so gestaltet wird, passt am Ende zu dem, was ein Transformationsvorhaben erreichen will.

Start-up-Pitch deepmatics

Das Format hatte an diesem Morgen noch eine Premiere. Zum ersten Mal nutzte ein Start-up aus der RITZ Community die Bühne für einen eigenen Pitch: Sebastian Bublies und Raimund Lau stellten vor, woran sie bei deepmatics arbeiten.

Ihr Produkt adressiert ein konkretes logistisches Problem: LKW-Fahrten sind häufig weniger ausgelastet, als sie sein könnten. deepmatics hat dafür einen Sensor entwickelt, der im Fahrzeug das Frachtvolumen erfasst. Kombiniert mit einer Softwareplattform lassen sich diese Daten über ganze Flotten hinweg auswerten und mit Gewichtsdaten anreichern. Künftig soll das Portfolio um tiefergehende Analysen der Frachtbewegungen erweitert werden.

Das Breakfast & Brainfood öffnet sich damit auch für Gründer*innen, die mit ihrer Idee sichtbar werden wollen und die in der RITZ Community das richtige Publikum dafür finden.