Autor: Rebecca Fink

  • move+ Accelerator zieht ins RITZ ein

    move+ Accelerator zieht ins RITZ ein

    Wer durch die Räume des RITZ geht, trifft seit Kurzem auf ein neues Banner: ein pink-gelber Farbverlauf, mit der Aufschrift „Dein Accelerator für Mobilität und Energie“. Der move+ Accelerator ist eingezogen, und mit ihm ein Stück der Gründungsszene am Bodensee.

    Was move+ macht

    move+ begleitet technologieorientierte Start-ups von der ersten Idee bis zur Marktreife. Im Fokus stehen industrielle Anwendungen in Mobilität, Energie und Deep Tech: von neuen Energietechnologien über nachhaltige Antriebskonzepte bis zu resilienten Infrastrukturen für kritische Systeme. Entstanden ist der Accelerator aus einer Partnerschaft von ZF Friedrichshafen, Zeppelin Universität und Stadtwerk am See. Diese Kombination aus Industriekonzern, Hochschule und regionalem Energieversorger bringt drei unterschiedliche Perspektiven auf Gründungsförderung zusammen.

    Statt nur Programme anzubieten, geht es bei move+ vor allem um Vernetzung: Gründerteams treffen auf etablierte Unternehmen, Investorinnen und Investoren sowie Forschungseinrichtungen. Industrie-Matchmaking gehört genauso zum Konzept wie echte Testfelder, in denen sich neue Ideen unter realen Bedingungen beweisen müssen, bevor sie in den Markt gehen.

    Ein Standort mit Bedacht gewählt

    Geleitet wird move+ von Sebastian Grimm, der bei ZF seit Jahren das Innovation Lab verantwortet und selbst mehrere Start-ups gegründet hat. Seine Begründung für den Einzug ins RITZ fällt klar aus: „Wir haben uns bewusst für den Standort im RITZ entschieden, weil hier ein lebendiges Innovationsökosystem entsteht, in dem Start-ups, Unternehmen und Forschung eng zusammenarbeiten und so neue Ideen gemeinsam mit starken Partnern direkt in die Praxis gebracht werden.“

    Die räumliche Nähe soll dabei nur der Anfang sein. RITZ und move+ planen, ihre Aktivitäten in der Gründungs- und Start-up-Förderung enger zu bündeln und gemeinsam neue Projekte anzustoßen; ein weiterer Baustein auf dem Weg, Innovations- und Wirtschaftsförderung in der Region konsequenter zu verzahnen.

  • Zertifizierungen ohne Marathon – IX macht Compliance planbar

    Zertifizierungen ohne Marathon – IX macht Compliance planbar

    Wer eine ISO 27001 oder NIS 2 Zertifizierung angeht, weiß oft schon vorher: Das wird lang. Das wird teuer. Und am Ende stapeln sich Dokumente, die niemand wirklich versteht. Das Friedrichshafener Unternehmen Isegrim X, auch IX genannt, geht diesen Prozess anders an: strukturiert, KI-gestützt und mit einem klaren Leistungsversprechen von Anfang an.

    Wenn Technik nicht das Problem ist

    Ein Software-Unternehmen wendet sich an IX mit dem Ziel, die ISO 27001 Zertifizierung zu erlangen. Die technische Infrastruktur ist solide, das Entwicklerteam mit den Anforderungen an Informationssicherheit vertraut.

    Die eigentliche Herausforderung liegt woanders: Wie lässt sich ein Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) aufbauen, das nicht nur im Entwicklerteam verankert ist, sondern gleichermaßen im Backoffice, in Buchhaltung, Vertrieb und HR?

    IX begleitet das Unternehmen durch genau diesen Prozess, und das in wenigen Monaten. Das Ergebnis ist eine zertifizierte Software, deren Daten nachvollziehbar und sicher verarbeitet werden: für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner gleichermaßen. „Genau dafür ist Zertifizierung da“, sagt Anna Flach, Head of Automation bei IX. „Nicht für Compliance-Theater.“

    Ergebnisse mit definiertem Ende

    Was IX von klassischer Compliance-Beratung unterscheidet, ist das zugrundeliegende Geschäftsmodell: IX verkauft keine Tagessätze, sondern konkrete Ergebnisse mit definiertem Umfang und Zeitrahmen. Bevor ein Projekt beginnt, weiß der Kunde genau, was er erhält und bis wann.

    Die Grundlage dafür ist die IX:Engine, eine selbst entwickelte Plattform, die auf KI und dem Erfahrungswissen aus realen Zertifizierungsprojekten basiert. Sie steuert den gesamten Prozess. Die Ergebnisse sind keine Vorlagen zum Selbstbefüllen, sondern fertige, audit-fähige Dokumente. Die Rollenverteilung ist dabei klar: Die KI übernimmt die Produktion, die Experten bei IX prüfen, der Kunde genehmigt.

    Der Antrieb dahinter

    Anna Flach beschreibt, was sie an ihrer Arbeit antreibt: „Bei uns gibt es kein ‚das war schon immer so‘. Jeder Case ist anders, jedes Unternehmen denkt anders und genau das macht den Job spannend.“ Es geht ihr darum, zu verstehen, warum Dinge so gemacht werden, wie sie gemacht werden, und gemeinsam mit dem Kunden bessere und dabei effiziente Wege zu finden. Mit KI sieht sie heute Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch nicht existierten, und genau diese Kombination aus erfahrenem Team und leistungsfähiger Technologie prägt die Arbeitsweise von IX.

    Warum IX im RITZ ist – und wen sie suchen

    IX ist seit Anfang 2026 Teil der RITZ Community in Friedrichshafen. Den Austausch sucht das Team vor allem mit Unternehmen, die KI bereits einsetzen oder den Einsatz planen, sowie mit Unternehmen, die sich mit Compliance-Anforderungen und Zertifizierungen auseinandersetzen. „Genau an dieser Schnittstelle bewegen wir uns täglich“, so Anna Flach. „Und dort entstehen die Gespräche, die für beide Seiten Substanz haben.“

    Das RITZ bietet dafür den richtigen Rahmen: branchenübergreifender Austausch, kurze Wege und ein Umfeld, in dem aus Gesprächen konkrete Kooperationen werden. Wer vor einer ISO 27001, NIS 2, ISO 42001 oder TISAX®-Zertifizierung steht und mehr über den Ansatz von IX erfahren möchte, findet hier weitere Informationen.

  • Unternehmenskultur schlägt Methode: Erkenntnisse vom Breakfast & Brainfood #13

    Unternehmenskultur schlägt Methode: Erkenntnisse vom Breakfast & Brainfood #13

    Warum scheitern 80 % der Transformationsvorhaben?

    Die Antwort, die Jonas Vonderlind beim Breakfast & Brainfood #13 gegeben hat, ist unbequem: Es liegt fast nie an der Methode. Egal ob ein Unternehmen Scrum einführt, OKRs definiert oder agile Frameworks implementiert, entscheidend ist, ob die Kultur trägt, was die Struktur verspricht.

    Vonderlind, Gründer und Geschäftsführer der Empovate GmbH, hat am 13. Mai 2026 im RITZ darüber gesprochen, was wirksame Veränderung wirklich braucht: Selbstbestimmung, psychologische Sicherheit und den bewussten Spagat zwischen dem Optimieren des Bestehenden und dem Erkunden des Neuen.

    Konkret heißt das: Mitarbeitende müssen eigene Entscheidungen treffen können, ihre Stärken sinnvoll einbringen und sich als Teil eines Teams erleben. Sie müssen Unsicherheit aussprechen dürfen – und gehört werden, auch dann, wenn sie nicht die Lautesten im Raum sind. Und sie brauchen neben dem Tagesgeschäft echten Raum zum Experimentieren, zum Testen neuer Ideen und Geschäftsmodelle.

    Für Jonas Vonderlind ist Unternehmenskultur das Ergebnis aus gemeinsamer Erfahrung multipliziert mit Zeit. Das bedeutet: Kultur entsteht nicht durch ein Leitbild, sondern durch das, was täglich passiert. Moderne Führung muss sie deshalb aktiv wahrnehmen und gestalten.

    Wie das gelingt? Vonderlind nennt drei Hebel. Erstens aktives Zuhören: erst fragen, dann reden. Was denkt das Team wirklich? Zweitens ein offener Umgang mit Fehlern: Wer Fehler transparent macht, verdient Respekt, kein Misstrauen. Drittens das bewusste Abgeben von Entscheidungen, als Signal, dass Eigenverantwortung ernst gemeint ist.

    Eine Kultur, die so gestaltet wird, passt am Ende zu dem, was ein Transformationsvorhaben erreichen will.

    Start-up-Pitch deepmatics

    Das Format hatte an diesem Morgen noch eine Premiere. Zum ersten Mal nutzte ein Start-up aus der RITZ Community die Bühne für einen eigenen Pitch: Sebastian Bublies und Raimund Lau stellten vor, woran sie bei deepmatics arbeiten.

    Ihr Produkt adressiert ein konkretes logistisches Problem: LKW-Fahrten sind häufig weniger ausgelastet, als sie sein könnten. deepmatics hat dafür einen Sensor entwickelt, der im Fahrzeug das Frachtvolumen erfasst. Kombiniert mit einer Softwareplattform lassen sich diese Daten über ganze Flotten hinweg auswerten und mit Gewichtsdaten anreichern. Künftig soll das Portfolio um tiefergehende Analysen der Frachtbewegungen erweitert werden.

    Das Breakfast & Brainfood öffnet sich damit auch für Gründer*innen, die mit ihrer Idee sichtbar werden wollen und die in der RITZ Community das richtige Publikum dafür finden.

  • Warum der Arbeitsort doch nicht „egal“ ist

    Warum der Arbeitsort doch nicht „egal“ ist

    Seit 2020 kursiert eine Idee, die sich so intuitiv anfühlt, dass kaum jemand sie hinterfragt hat: Wissensarbeit ist ortsunabhängig. Laptop, Internetverbindung, Videokonferenz – mehr braucht es nicht.

    Sechs Jahre später sieht die Realität komplizierter aus.

    Was auf der Strecke bleibt

    In der Innovationsforschung gibt es einen Begriff für etwas, das im Unternehmensalltag noch nicht ganz angekommen ist: Serendipity. Gemeint ist die unerwartete Entdeckung von etwas Wertvollem, nach dem man gar nicht gesucht hat. Zufallsentdeckungen wie das Penicillin, das Post-it oder auch Röntgenstrahlen.

    All diese Entdeckungen entstanden nicht am Schreibtisch mit Kopfhörern und Fokusblock. Sie entstanden durch Begegnungen, zufällige Impulse, den richtigen Menschen zur richtigen Zeit.

    Christian Busch, Forscher an der New York University und Autor von „The Serendipity Mindset“ (2020), zeigt: Unerwartete Entdeckungen entstehen vor allem in Umgebungen, die vielfältige Interaktionen fördern. Und vielfältige Interaktion entsteht leichter, wenn Menschen am selben Ort sind.

    Das hybride Modell hat genau das verändert: die Zufallsbegegnung. Den Kollegen auf dem Weg zur Teeküche trifft man nicht mehr, wenn man ausschließlich remote arbeitet. Das Gespräch nach einem Meeting, aus dem ein gemeinsames Projekt wird, findet nicht statt, wenn alle schon auf „Meeting verlassen“ geklickt haben. Diese Momente lassen sich nicht per Einladungslink einplanen, sie passieren einfach.

    Nicht jede Arbeit braucht Präsenz – aber manche Momente schon

    Konzentrierte Einzelarbeit gelingt vielen im Homeoffice mindestens genauso gut wie im Büro – das bestätigt auch die PwC-Studie „Home & Office“, laut der 87 % der befragten Arbeitgebenden die Produktivität ihrer Mitarbeitenden im Homeoffice als gleichwertig oder sogar höher einschätzen. Homeoffice funktioniert also.

    Aber kreative Kickoffs, frühe Projektphasen, der Aufbau neuer Beziehungen – das gelingt in Präsenz oft besser. Nicht weil der Mensch das Büro braucht, sondern weil er in bestimmten Momenten andere Menschen braucht. Im selben Raum, nicht auf einem Bildschirm.

    Ein Beispiel aus der Praxis: Im RITZ Innovationszentrum lernten sich die Tri.Merge GmbH und die IWT Wirtschaft und Technik GmbH bei einer Community-Veranstaltung besser kennen – und aus dieser zufälligen Begegnung wurde eine handfeste Forschungskooperation zu automatisiertem Fahren. Was sie im Nachhinein als entscheidend beschreiben: Ihre Büros lagen direkt nebeneinander. Fragen wurden durch kurzes Anklopfen gelöst, bevor sie zu Problemen wurden. Die ganze Geschichte gibt es hier.

    Die eigentliche Frage

    … lautet nicht „Büro oder Homeoffice“, sondern: Für welche Art von Arbeit brauche ich welches Setting?

    Ein Schreibtisch ermöglicht Arbeit. Ein Ort ermöglicht Begegnungen. Und Begegnungen können manchmal der Anfang von etwas Großem sein.

  • 5 Jahre RITZ

    5 Jahre RITZ

    Fünf Jahre können in der Welt der Innovation eine halbe Ewigkeit sein. Ideen entstehen, Technologien wie Künstliche Intelligenz verändern ganze Branchen, Arbeitsweisen werden neu gedacht. Als das RITZ am 1. Januar 2021 seine Arbeit aufnahm, geschah dies in einer Zeit, die neue Wege erforderte. Die Corona-Pandemie machte persönliche Begegnungen rar und Planungen herausfordernd. Und doch war von Beginn an spürbar: Hier entsteht mehr als nur ein Gebäude. Hier entsteht ein Ort, an dem Menschen Wissen teilen, sich vernetzen und gemeinsam an Zukunftsideen arbeiten.

    Schon in den ersten Monaten füllte sich das RITZ mit Leben. Zu den Ankermietern – der Dualen Hochschule Baden-Württemberg und der IWT Wirtschaft und Technik GmbH – kamen weitere Innovationsakteur*innen hinzu. Ein frühes Highlight setzte die Digitalisierungstour Baden-Württemberg, die, organisiert von Code_n und dem Fraunhofer IAO, Station in Friedrichshafen machte. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis realisierten wir ein zweitägiges Programm rund um digitale Produktion und Mobilität der Zukunft. Über 170 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, zuzuhören, mitzudiskutieren und Innovation ganz konkret zu erleben – etwa im mobilen Plug-In-Labor des Fraunhofer IAO, das in einem Container direkt vor Ort Einblicke bot.

    Mindestens genauso wichtig wie die großen Formate waren die kleinen. Ein gemeinsamer Grillabend brachte die Mieter*innen erstmals informell zusammen und legte den Grundstein für eine Community, in der Austausch Teil des Alltags ist. Zwischen Würstchen und Maultaschen kamen Gespräche in Gang, aus denen später Ideen, Projekte und Kooperationen wuchsen.

    Mit dem Jahr 2022 wurde das Haus voller. Immer stärker rückte die Frage in den Fokus, wie Wissen in der Community sichtbar wird und wachsen kann. Daraus entstand RITZ Knowledge & Network. Die Idee dahinter war ebenso einfach wie wirkungsvoll – Wissen sichtbar machen, neue Impulse setzen und den Austausch fördern, auch über das Haus hinaus. Workshops, unter anderem zum agilen Selbstmanagement, gaben konkrete Anregungen und stärkten die Handlungskompetenz der Teilnehmenden. Und weil die offizielle Eröffnung des RITZ pandemiebedingt ausgefallen war, wurde sie im Sommer 2022 nachgeholt – als Feier zu 1,5 Jahren RITZ. In seiner Keynote ging Hirnforscher und mehrfacher Weltmeister im Gedächtnissport Dr. Boris Nikolai Konrad der schon damals virulenten Frage nach, ob Menschen schlauer als die KI bleiben. Seine Antwort: Künstliche Intelligenz wird die menschliche nicht ersetzen können. Vielmehr lernen KI und Mensch voneinander.

    2023 rückte der Wissensaustausch noch stärker in den Fokus. Mit Breakfast & Brainfood etablierte sich ein Format, das sich schnell zu einem festen Treffpunkt für alle entwickelte, die den Austausch suchen. In entspannter Atmosphäre treffen sich hier morgens Menschen aus der RITZ Community und externe Interessierte, um bei gutem Frühstück und einem Impulsvortrag neue Perspektiven kennenzulernen, Denkanstöße mitzunehmen und miteinander ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr war das RITZ außerdem erstmals Partner und Location für die Lange Nacht der Technik und Innovation, bei der technologieaffine Unternehmen in Friedrichshafen ihre Türen für Einblicke in ihre Tätigkeiten öffnen. Das RITZ bot dabei einen Spieleparcours für Jung und Alt an, um spielerisch Agilität kennenzulernen.

    2024 wurde das bisher veranstaltungsreichste Jahr: 18 Events brachten Tempo und Vielfalt ins Haus. Workshopreihen wie Quantum Leaps machten neue Technologien wie Künstliche Intelligenz greifbar und befähigten die Teilnehmenden, diese selbstständig für ihre eigenen Fragestellungen zu nutzen. Die Kooperationsveranstaltung „Driving Change“ mit dem TIM Transformationsnetzwerk zeigte, wie die Automobil- und Zulieferindustrie in Zeiten des Umbruchs neue Lösungsansätze finden kann und welche Rolle ein Innovationsmindset dabei spielt. Gleichzeitig entstanden neue, communitynahe Formate: Lunch & Learn, bei dem Mieter*innen ihre Projekte vorstellen und Gespräche beim gemeinsamen Mittagessen vertiefen, sowie After-Work-Veranstaltungen als lockerer Treffpunkt zum Feierabend. Ob Bratwurst im Sommer oder Waffel im Winter – das Zusammensein steht dabei immer im Mittelpunkt. Dass aus solchen Begegnungen konkrete Zusammenarbeit erwächst, zeigte sich unter anderem in Kooperationen zwischen Mietparteien wie Tri.Merge und dem IWT (hier geht’s zur Story).

    Und dann gab es noch die Highlights, mit denen wir nicht gerechnet hatten: 2024 war das erste Jahr, in dem eine Ente auf dem Dach des RITZ brütete. Ihre Küken wurden in einer gemeinschaftlichen Aktion sicher zum Waldrand begleitet. Dass diese Ente Dauermieterin würde, war uns zu dem Zeitpunkt noch nicht bewusst, aber wir haben uns schnell auf sie und ihre Brutzeit eingestellt.

    Das Jahr 2025 schließlich stand ganz im Zeichen von Kooperationen. Veranstaltungen wie das Barcamp Digitale Barrierefreiheit, der Production Excellence Day oder Formate rund um Patente machten deutlich, was das RITZ auszeichnet: Gemeinsam geht mehr. So auch bei unserer Innovationskonferenz „Wer nicht innoviert, verliert“ mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis, bei der Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft eine Innovation Journey nachzeichneten, die aufzeigte, wie Unternehmen mit Kreativität, Daten und Technologie ihr ungenutztes Potenzial erschließen können.

    So gewinnt das RITZ weiter an Bedeutung – als Ort, der Wissen zusammenbringt, Netzwerke stärkt und Innovation in der Region sichtbar macht.

    Fünf Jahre RITZ bedeuten für uns fünf Jahre Aufbau, Begegnung und gemeinsames Gestalten. Aus einer Idee ist eine lebendige Community geworden, aus Räumen ein zentraler Treffpunkt für Innovation und aus Veranstaltungen eine tragfähige Basis für neue Kooperationen. Und wenn diese Chronik eines zeigt, dann dies: Die nächsten Kapitel sind bereits in Arbeit.

  • Wie räumliche Nähe Innovation beschleunigt

    Wie räumliche Nähe Innovation beschleunigt

    Räumliche Nähe ist entscheidend für den Projekterfolg. Die Allen-Kurve von Thomas J. Allen, die auch nach Jahrzehnten nicht an Relevanz verliert, zeigt klar: Je näher Menschen räumlich beieinander sind, desto besser kommunizieren und arbeiten sie zusammen. Im RITZ Innovationszentrum in Friedrichshafen profitieren Unternehmen, Start-ups und Forschungsteams von dieser Dynamik, indem sie in unmittelbarer Nachbarschaft arbeiten. Diese kurzen Wege beschleunigen nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Innovationsprozesse. So entstehen gemeinsame Lösungen für die Digitalisierung und die Mobilität von morgen.

    Ein gelungenes Beispiel für diese erfolgreiche Zusammenarbeit ist die Kooperation zwischen der Tri.Merge GmbH und der IWT Wirtschaft und Technik GmbH. Während die Tri.Merge GmbH als technischer Berater und Entwicklungspartner auf digitale Transformation und Smart Mobility Entwicklung spezialisiert ist, wird am IWT das automatisierte und vernetzte Fahren erforscht, bspw. wie intelligente Verkehrsinfrastruktur das hochautomatisierte Fahren unterstützen kann.

    Die Zusammenarbeit begann bei einem Event für die RITZ Community, bei dem Celina Herbers, Teamleiterin am IWT, und Philipp Röper, Geschäftsführer von Tri.Merge, ins Gespräch kamen. Celina Herbers suchte Unterstützung bei einem entscheidenden Projektaspekt: der Definition der Anforderungen an ein Testfahrzeug für hochautomatisiertes und vernetztes Fahren.

    In einem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Forschungsprojekt beschäftigte sie sich dabei mit drei zentralen Anwendungsfällen: Wie kann der Verkehr so gesteuert werden, dass Einsatzfahrzeuge Vorrang haben? Wie lassen sich Wetterwarnungen, wie Glatteis oder Starkregen, zuverlässig an die Fahrzeuge auf der Straße übermitteln? Und wie können intelligente Leitpfosten mit den Fahrzeugen kommunizieren? Dafür musste das Team herausfinden, was ein Testfahrzeug leisten muss, um diese Szenarien abbilden zu können. Zum Beispiel: Wie muss ein Fahrzeugmodul gebaut sein, damit es das Signal eines Leitpfostens empfängt und umsetzt?

    Hier kam Tri.Merge ins Spiel und erarbeitete basierend auf den Anforderungen aus dem Projektteam konkrete Use Cases und entwickelte technische Lösungsansätze. Im nächsten Schritt kontaktierte Tri.Merge verschiedene Fahrzeughersteller, um die technische Machbarkeit der direkten Kommunikation zwischen Infrastruktur und Fahrzeug sicherzustellen. Schließlich fand das Tri.Merge-Team einen geeigneten Hersteller, der ein Testfahrzeug mit den erforderlichen Messinstrumenten zur Verfügung stellte. In enger Abstimmung mit dem IWT führte Tri.Merge die Testfahrten gemeinsam mit dem Fahrzeughersteller durch und validierte die Kommunikation zwischen Infrastruktur und Fahrzeug.

    Besonders wertvoll waren die kurzen Wege im RITZ. Da die Büros von Celina Herbers und Philipp Röper direkt nebeneinander liegen, reichte oft ein kurzes Anklopfen, um Fragen oder Unklarheiten schnell zu klären. Termine fanden spontan statt, potenzielle Probleme wurden gelöst, bevor sie auftraten, und die entspannte Atmosphäre der Loggia bot Raum für kreative Ideen bei einer Tasse Kaffee. Diese Nähe und die reibungslose Kommunikation waren der Schlüssel zum Erfolg der Zusammenarbeit.

    Nach dem erfolgreichen Abschluss der Testfahrten blicken beide Partner optimistisch in die Zukunft und sehen großes Potenzial für weitere gemeinsame Projekte – insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Infrastruktur. Die Vision: Verkehrsteilnehmer erhalten in Echtzeit Warnungen aus der Infrastruktur – etwa bei Glatteis – und der Straßenverkehr wird so noch sicherer und intelligenter.

  • Architektur trifft Innovationsgeist: Das RITZ erhält die Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen“

    Architektur trifft Innovationsgeist: Das RITZ erhält die Auszeichnung „Beispielhaftes Bauen“

    Wo Zukunft gedacht und gemacht wird, braucht es Räume, die nicht nur Platz bieten, sondern Perspektiven eröffnen. Räume, die inspirieren, verbinden und Veränderung ermöglichen. Genau so ein Ort ist das RITZ – und dafür wurden wir jetzt ausgezeichnet: Die Architektenkammer Baden-Württemberg hat das RITZ mit dem Preis „Beispielhaftes Bauen“ gewürdigt.

    Alle sechs Jahre zeichnet die Architektenkammer mit diesem Preis Bauwerke aus, die sich durch besondere gestalterische Qualität, innovative Nutzungskonzepte und einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen hervorheben. Für den Zeitraum 2017-2023 wurden im Bodenseekreis insgesamt elf Projekte prämiert – das RITZ ist eines davon.

    Die Jury lobte das RITZ als gelungenes Beispiel für einen Ort, an dem Innovation nicht nur gefördert, sondern auch architektonisch erlebbar wird.

    Raum, der verbindet

    „Nach außen gibt der dunkle Baukörper mit seinem strengen Raster sein Inneres nicht preis. Die transparente Eingangszone überrascht mit einem gebäudehohen Foyer, das mit kleiner Lounge zum Austausch und Treffpunkt wird. Dieser Vernetzungsgedanke als baulich gefasste Nahtstelle in das Quartier ist im gesamten Haus spürbar und in einer gestalterischen Qualität umgesetzt, die großflächig und durchgängig erlebbar ist: Flexibel nutzbare, hohe Forschungsräume im Erdgeschoss und unterschiedliche Raumtypologien moderner Arbeitswelten im Obergeschoss strahlen, unterstützt durch eingeschnittene Lufträume und Oberlichter, eine visuelle wie kommunikative Durchlässigkeit aus.“ (Quelle)

    Gestaltet wurde das RITZ vom Architekturbüro Baumschlager Hutter Partners (Dornbirn) in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Friedrichshafen und dem Bodenseekreis, die das RITZ als Gemeinschaftsprojekt tragen. Ziel war es, einen Ort zu schaffen, der unterschiedliche Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammenbringt, sowie gleichzeitig höchsten gestalterischen und funktionalen Ansprüchen genügt.

    Baukultur als Ausdruck von Haltung

    Die Auszeichnung durch die Architektenkammer ist für uns mehr als ein architektonisches Lob – sie ist eine Bestätigung unserer Haltung: Wir glauben an den Mehrwert gemeinschaftlicher Innovation und an Räume, die genau das widerspiegeln.

    Unser Dank gilt allen, die an der Planung, am Bau und an der Weiterentwicklung des RITZ beteiligt waren. Und all jenen, die das RITZ jeden Tag mit Leben füllen.

    Weitere Informationen zur Auszeichnung und zu den prämierten Objekten finden Sie unter: www.akbw.de/baukultur/beispielhaftes-bauen

  • Frühstück, Netzwerken, Impulse: Ein Rückblick auf Breakfast & Brainfood 2024

    Frühstück, Netzwerken, Impulse: Ein Rückblick auf Breakfast & Brainfood 2024

    Starten Sie den Tag mit einem nahrhaften Frühstück und wertvollen Denkanstößen – das ist das Erfolgsrezept unseres Formats Breakfast & Brainfood. Hier treffen sich Mitglieder unserer RITZ Community und Interessierte, um bei frischen Brötchen und Kaffee in entspannter Atmosphäre Wissen auszutauschen und sich zu vernetzen. Im Mittelpunkt steht immer ein inspirierender Impulsvortrag zu einem Thema, das branchenübergreifend relevant ist. Das Jahr 2024 war dabei reich an spannenden Themen und Erkenntnissen. Darauf möchten wir im Folgenden einen Blick zurückwerfen.

    Ausgabe 1: Vom Kennen zum Können – Lernen, das begeistert

    Zum Auftakt des Jahres verriet Philipp Gotterbarm, Geschäftsführer der Kontaktschmiede GmbH, in seinem Vortrag, warum es 8.000 Stunden Training benötigt, um zur Weltklasse zu gehören. Doch nicht nur die Zahl faszinierte – sondern auch die Antworten auf grundlegende Fragen zum Thema Lernen:

    Vom Wissen zur Anwendung: Philipp Gotterbarm betonte, dass Lernen ein aktiver Prozess ist, der über das bloße Sammeln von Wissen hinausgeht. Entscheidend ist der Übergang vom „ständigen Müssen“ zum „ständigen Wollen“ und schließlich zum „ständigen Tun“. Nur durch diese Haltung können wir das Gelernte wirklich anwenden und nachhaltig in unseren Alltag integrieren.

    Blockaden überwinden: Lernen kann oft mit inneren Widerständen einhergehen, doch diese Blockaden lassen sich auflösen. Indem wir unseren Fokus auf die positiven Aspekte des Lernens legen und alte Muster durchbrechen, schaffen wir Raum für Neugier und Freude am Fortschritt.

    Effizienz im Fokus: Mit gezielten Methoden lässt sich Lernen nicht nur effektiver, sondern auch effizienter gestalten. Indem wir Prioritäten setzen und moderne Ansätze nutzen, können wir mit weniger Aufwand bessere Ergebnisse erzielen.

    Seine Tipps und Einsichten inspirierten die Teilnehmenden dazu, Lernen nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern als Chance zur persönlichen Weiterentwicklung zu begreifen.

    Ausgabe 2: Menschen folgen Menschen – LinkedIn als Werkzeug

    Im Juni stand die Business-Plattform LinkedIn im Mittelpunkt. Sascha Schmidt, Senior Consultant Strategy bei Schindler Parent, erklärte, warum eine starke Personal Brand auf einer solchen Business-Plattform essenziell ist. Die Teilnehmenden lernten, wie sie sich und ihre Unternehmen durch Social Selling als Markenbotschafter positionieren können. Dabei wurden drei zentrale Aspekte hervorgehoben:

    Die eigene Personal Brand: Das zentrale Element dabei ist Authentizität. Denn eine Personal Brand wirkt nur dann glaubwürdig, wenn man sich online genauso verhält und gibt, wie man es offline tut. Hierzu wurde das Beispiel genannt, die Ansprache auf LinkedIn so zu führen, wie man es selbst in der Realität handhabt. Tritt man seinem Umfeld immer persönlich und offen entgegen, wäre es unauthentisch, auf LinkedIn zu siezen.

    LinkedIn im Vertrieb: Unternehmen und Einzelpersonen können die Plattform nutzen, um gezielt Kontakte zu knüpfen, Beziehungen zu pflegen und relevante Leads zu generieren. Die Möglichkeit, LinkedIn für den eigenen Vertrieb zu nutzen, sollte also nicht unterschätzt werden. Mit einer durchdachten Strategie lässt sich LinkedIn effektiv in den Verkaufsprozess integrieren, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.

    Erfolgreiches Networking: Es geht darum, Mehrwert zu bieten, sich aktiv in Diskussionen einzubringen und die richtigen Kontakte zu knüpfen. Durch den gezielten Austausch und das Teilen von Fachwissen kann das Netzwerk erweitert werden sowie die eigene Expertise sichtbar gemacht werden.

    Sascha Schmidt hat mit diesem Vortrag gezeigt, wie viel Potenzial in der bewussten Nutzung von LinkedIn steckt, um Beziehungen zu stärken und das eigene Business nachhaltig zu erweitern.

    Ausgabe 3: Cybersecurity – Schutzwall für das Unternehmen

    In der dritten Ausgabe 2024 unser Breakfast & Brainfood-Reihe stand ein Thema auf der Agenda, das für alle Unternehmen von Bedeutung ist: Cybersicherheit. Matthias Ruf, Geschäftsführer der all for IT GmbH, gab den Teilnehmenden wichtige Einblicke in die Welt der Cybersecurity und beantwortete zentrale Fragen:

    Wie werden wir überhaupt angegriffen?

    Ein Cyberangriff kann auf vielfältige Weise erfolgen: Von Phishing und Ransomware über Malware und DDoS-Angriffe bis hin zu Social Engineering und Zero-Day-Exploits gibt es eine Vielzahl von Methoden, die Angreifende nutzen, um Unternehmen zu kompromittieren. Jede dieser Techniken birgt ihre eigenen Risiken und Herausforderungen.

    Welche Präventionsstrategien gibt es?

    Neben regelmäßigen Sicherheitsaudits und einer kontinuierlichen Überwachung, um potenzielle Schwachstellen frühzeitig zu erkennen, spielen technologische Schutzmaßnahmen wie der Einsatz moderner Firewalls, Antivirus- und Antimalware-Software sowie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) und Datenverschlüsselung eine entscheidende Rolle. Gleichzeitig sind regelmäßige Backups essenziell, um im Ernstfall Datenverluste zu verhindern. Auch sollten die Mitarbeitenden regelmäßig zu diesem Thema geschult werden.

    Neben vielen grundlegenden Informationen gab Matthias Ruf den Teilnehmenden natürlich noch ergänzend ein paar Handlungsempfehlungen an die Hand, um sich gegen Cyberangriffe zu rüsten.

    Ausgabe 4: Konflikte als Chancen

    Den Abschluss des Jahres bildete Diplompsychologin Julia Kröll, die aufzeigte, wie Konflikte im Business-Kontext zu wertvollen Lernmomenten werden können. Ihre Botschaft: Konflikte sind Chancen. Anhand praxisnaher Modelle und Techniken lernten die Teilnehmenden:

    Konflikte verstehen: Mit Modellen wie dem 4-Ohren-Modell können Konfliktursachen bewusst erkannt und Missverständnisse vermieden werden. Andere Konfliktursachen können, wie Julia Kröll erklärt, sowohl auf dem Gefühl, bevormundet zu werden, als auch auf zu lang unterdrücktem Ärger beruhen.

    Konflikte klären: Eine erfolgreiche Konfliktklärung beginnt mit guter Vorbereitung. Es gilt, zunächst die eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu reflektieren, um Klarheit über die eigene Position zu erlangen. Ein Perspektivwechsel kann dabei helfen, die Beweggründe des Gegenübers besser zu verstehen. Entscheidend ist, den richtigen Zeitpunkt für eine Aussprache zu wählen und Worte sorgfältig zu formulieren.

    Konflikte verhindern: Oft sind es spezifische Situationen, die negative innere Dialoge anstoßen – wie zum Beispiel die Unsicherheit, einer Bitte nicht gerecht werden zu können, oder der Drang, durch ständiges „Ja-Sagen“ gefallen zu wollen. Wer diese Muster durchschaut, kann aktiv gegensteuern.

    Dieser Vortrag hinterließ bei den Teilnehmenden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch ein gestärktes Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten zur Konfliktbewältigung.

    Ein Jahr voller Wissenshunger und Austausch

    Vom Lernen und Netzwerken über die Positionierung in sozialen Netzwerken bis hin zu Cybersecurity und Konfliktmanagement – bei dieser Themenvielfalt war für jeden etwas dabei. Gemeinsam mit den Referent*innen und unserer engagierten Community konnten neue Impulse gesetzt und wertvolle Denkanstöße für den Arbeitsalltag gegeben werden. Wir freuen uns darauf, Sie auch 2025 wieder bei Breakfast & Brainfood zu begrüßen – mit frischen Ideen, spannendem Austausch und inspirierenden Vorträgen!

  • Die Zukunft der Produktion im Fokus: Der Production Excellence Day 2024

    Die Zukunft der Produktion im Fokus: Der Production Excellence Day 2024

    Wie gestalten künstliche Intelligenz und digitale Lösungen die Produktion von morgen? Wie sieht der Weg zur Smart Factory aus? Und wie können Lieferketten optimal flexibilisiert werden? Diese und viele weitere Fragen standen am 24. Oktober 2024 in der zweiten Auflage des Production Excellence Day im Mittelpunkt. Organisiert vom Zentrum für Produktion und Produktentwicklung (ZDP) der DHBW in Zusammenarbeit mit der IWT Wirtschaft und Technik GmbH und dem RITZ, brachte die Konferenz Experten aus verschiedenen Unternehmen und Institutionen zusammen, die den Teilnehmenden in insgesamt zehn Vorträgen von ihren Erfahrungen und ihrem Wissen berichten konnten.

    Wir haben im Folgenden die ersten beiden Vorträge und die wichtigsten Themen der Veranstaltung zusammengefasst:

    Prozessoptimierung als Schlüssel zur Smart Factory

    Im ersten Vortrag des Tages zeigte Bernd Baader den Weg zu einer Smart Factory am Beispiel der Rolls-Royce Solutions GmbH Friedrichshafen auf. Als wichtigstes Take-away hob er hervor, dass eine effektive Prozessoptimierung der erste Schritt ist, bevor neue Technologien eingeführt werden. Dabei konnten die Teilnehmer innovative Lösungen kennenlernen, darunter den „Schlauen Klaus“, ein kameragestütztes System zur automatischen Qualitätskontrolle, das Fehler schneller und präziser erkennt als herkömmliche Methoden.

    Ebenso beeindruckte der „Location Finder“, der Materialbewegungen in der Produktion überwacht und sicherstellt, dass Bestandteile immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

    Bernd Baader verdeutlichte außerdem, wie Augmented Reality (AR) in der Lackiererei eingesetzt wird, um Mitarbeitenden digitale Anweisungen für präzise Aufgaben zu geben, was die Genauigkeit und Effizienz erheblich steigert.

    Lean Production für mehr Wertschöpfung

    Tobias Herwig, Geschäftsführer von Fischer Consulting, widmete sich in seinem Vortrag der operativen Exzellenz und beleuchtete, wie Lean Production und digitale Ansätze die Wertschöpfung steigern können. Schlankere Prozesse und die Reduzierung von Rüstzeiten können maßgeblich dazu beitragen, Verschwendung zu minimieren und den Ertrag zu maximieren. Sein Fokus lag dabei weniger auf einer Erweiterung der Kapazitäten als vielmehr darauf, das Potenzial bestehender Prozesse vollständig auszuschöpfen. Als Beispiel führte er das digitale Shopfloor-Management an, bei dem Produktionsdaten in Echtzeit verarbeitet werden, um effizientere Abläufe und eine dynamische Produktionsplanung zu ermöglichen.

    Vielfältige Perspektiven auf die Produktionswelt von morgen

    Daneben konnten die Teilnehmenden in den weiteren Vorträgen des Tages vielseitige Perspektiven und wertvolles Wissen gewinnen:

    • Dieter Schönfeld, Vorstand im AFSMI, erklärte, wie die Nutzung von wie Predictive Maintenance und KI die, um die Verfügbarkeit von Produktionsanlagen zu erhöhen kann.
    • Arsenio Rivera, Manufacturing Excellence Manager bei der BMI Group, zeigte, wie High-Speed-Optimierung dazu beitragen kann, Prozesse zu beschleunigen.
    • Axel Zauke, Key Account Manager bei RAFI, erläuterte, wie Unternehmen die Overall Equipment Effectiveness (OEE) digitalisieren können, ohne dafür ein aufwändiges IT-Projekt zu starten.
    • Volker Onderka, Leiter Betriebsmittel bei wenglor, präsentierte Datenstrategien, die die Organisation von Produktionsdaten für die digitale Zukunft optimieren.
    • Dr. Alexander Schließmann, Lead Value Engineer bei FORCAM, betonte die Bedeutung von menschlichem Know-how trotz des zunehmenden Einsatzes von KI in der Prozesssteuerung.
    • Florian Frank, Projektleiter bei der IWT Wirtschaft und Technik GmbH, demonstrierte die Möglichkeiten eines 4D-Digitalen Zwillings, um Produktionsprozesse in Echtzeit zu verbessern.
    • Matthias Leister, Produktionsleiter bei Gartner Extrusion, berichtete von seinen Erfahrungen mit Advanced Planning and Scheduling (APS) zur Produktionsorchestrierung.
    • Steffen Himstedt, Geschäftsführer bei Trebing & Himstedt Prozessautomation, stellte eine cloudbasierte Manufacturing Operation Management Plattform vor, die agiles Reagieren auf neue Anforderungen ermöglicht.

    Kontinuierliche Verbesserung als Erfolgsrezept

    Die fortlaufende Optimierung und die gezielte Nutzung neuer Technologien treiben die Zukunft der Produktion an. Intelligente Qualitätskontrollsysteme, datengetriebene Entscheidungen und flexible, digitale Produktionsprozesse ebnen den Weg zur Smart Factory und zur Industrie 4.0.